Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidete Räume, die mit der Nasenhöhle in Verbindung stehen. Wozu sind sie vorhanden? Sie haben in erster Linie statische Funktion. Der Kopf würde sonst sehr schwer werden, wenn das Mittelgesicht aus kompaktem Knochen wäre. Leider machen sich die Nebenhöhlen gerade in unserem Klima (Raumklima) häufig durch Entzündungen und Reaktionen auf Umweltfaktoren und Allergene ungünstig bemerkbar.

Akute Entzündungen lösen Schnupfen und Schmerzen aus. Sie können durch abschwellende, entzündungshemmende und manchmal antibiotische Therapie gut behandelt werden.

Chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen führen zu einem oder mehreren der folgenden Symptome:

  • Behinderte Nasenatmung
  • Rinnende Nase/Schnupfen
  • Kopfschmerzen
  • Riechstörung

Wenn Sie an diesen Symptomen leiden, sollte man die Nebenhöhlen untersuchen.

Die Behandlung einer chronischen Entzündung, die mit sogenannten Polypen/Polyposis einhergehen kann, ist konservativ oder chirurgisch.

Die chirurgische Behandlung erfolgt endoskopisch funktionell. Es ist ein wenig belastender Eingriff, es kommt zu keinen äußeren Narben.  Es steht heute auch eine selbstauflösende Geltamponade zur Verfügung, eine zusätzliche Tamponade ist daher meist nicht erforderlich. Das Ziel ist eine dauerhafte Erweiterung der natürlichen Abflusswege.

Es gibt Verlaufsformen der chronischen Nebenhöhlenentzündung, die auch durch eine oder mehrere Operationen nicht abheilen. Bei diesen PatientInnen sind meist Polypen (massive entzündliche Schleimhautschwellung der Nebenhöhlen;  nicht zu verwechseln mit kindlichen Nasenpolypen am Rachendach, die zum lymphatischen System gehören) vorhanden, und sie leiden häufig auch unter Asthma. Man weiß heute mehr über die immunologischen Mechanismen dieser Erkrankung, und es wurden sehr wirksame neue Medikamente, sogenannte Biologika, entwickelt. Seit Herbst 2020 sind diese auch für die Behandlung von chronischen Nebenhöhlenentzündungen zugelassen, nachdem sie bereits mehrere Jahre für Asthma und Neurodermitis erfolgreich eingesetzt wurden. Zu diesen Präparaten gehören unter anderem Dupixent®(Dupilumab)  und Xolair®(Omalzumab). Sie sind sehr gut verträglich, müssen allerdings als Injektion verabreicht werden. Es handelt sich um teure Medikamente, die jedoch seit September 2020 unter bestimmten Vorraussetzungen von den Kassen genehmigt werden.
Für PatientInnen mit schweren, auch mit Cortison-Präparaten nicht erfolgreich behandelbaren Nebenhöhlenentzündungen, ermöglichen diese neuen Substanzen in vielen Fällen eine völlig neue Lebensqualität.